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Deep Talk

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie man beruhigende und vertraute Gespräche führen kann? Oder denkst du in diesem Moment an eine gewisse Person mit der du jederzeit vertraute Gespräche führen kannst? Dein Herz ausschüttest oder einfach das Gefühl bekommst, verstanden zu werden.

Ich möchte dir heute ein wenig bewusst machen, auf welche wichtigen Punkte es bei einem Gespräch ankommt. Vielleicht reflektierst du nach diesem Beitrag dein eigenes Verhalten bzgl. einer Gesprächsführung oder auch das Verhalten anderer.

Altstadt- Hannover

Ein schöner Platz oder? Es wirkt auf mich sehr beruhigend und harmonisch. Als ich diesen Ort erkundigt habe, war ich so beeindruckt davon, dass ich es natürlich schnell festhalten musste 🙂 Naja, zurück zu „Fasülyenin Faydalarina“…

Stell dir bitte vor: Du sitzt mit einer guten Freundin, einem guten Freund, oder deiner Schwester (eine Person, bei der du dich gut fühlst) an diesem ruhigen Platz. Dir geht es nicht gut. Du fühlst dich bedrückt, verzweifelt und einfach traurig. Du hast ein Kribbeln im Bauch und möchtest vielleicht gerne weinen. Du hast ein bestimmtes Problem und suchst einfach nur nach einem vertrauten Gespräch. Du möchtest deinen Gefühlen freien Lauf lassen und dich einfach nur einer Person anvertrauen und fallen lassen.

Jetzt bitte ich einmal, dass du auch in die Rolle deines Gegenübers schlüpfst:

Stell dir vor, deine Freundin sitzt vor dir. Du merkst, dass es ihr nicht gut geht. Sie möchte mit dir darüber sprechen. Sie möchte sich dir anvertrauen. Erst ein Mal sollte dir bewusst sein, dass du anscheinend eine sehr vertrauenswürdige Person bist. Du solltest es wirklich schätzen, dass jemand seine Gefühle mit dir teilen möchte. Danach solltest du dir auch bewusst machen, dass diese Person nicht unbedingt Ratschläge von dir hören möchte. Diese Person möchte einfach nur mit jemandem darüber sprechen und verstanden werden. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, keine Ratschläge zu geben. Es ist so gut wie normal und selbstverständlich „seinen eigenen Senf abzugeben“. Dir sollte aber klar sein, dass du auch ohne direkte Ratschläge einer Person auf die Sprünge helfen kannst, indem du die richtigen Fragen stellst. Durch die richtigen Fragen hilfst du demjenigen, dass er nochmal über das Problem reflektiert und eigene Lösungsansätze findet.

Los geht’s…

  • Zuhören

Einfach nur zuhören. Nicht unterbrechen. Beobachte in der Zeit, wie dein Gegenüber seine Gefühle offenbart und wie es ihm geht. Versuche dich in ihn einzufühlen und die Situation zu verstehen.

  • Pausen aushalten

Es ist sehr wichtig, dass man Pausen aushält und diese „Stillen“ zulässt. Meist ist es so, dass die betroffene Person eine kurze Pause braucht, um seine Gedanken und Gefühle erneut zu sortieren. Ich kann dir versprechen, dass dein Gegenüber nach einer ausgehaltenen Pause, nochmal anfangen wird zu erzählen.

Eine Pause bzw. Stille bedeutet nicht, dass du dieser Person grad auch nicht weiterhelfen kannst oder derartiges. Es ist eigentlich nur eine gute Chance, um deinem Gegenüber den nonverbalen Eindruck zu vermitteln: „Ich bin für dich da und ich höre dir zu“

  • Zusammenfassen und Wiedergeben

Jetzt bist du endlich an der Reihe 🙂 Deine Aufgabe ist ganz einfach. Versuch doch mal das Problem, was dein Gegenüber geschildert hat in eigenen Worten wiederzugeben und zusammenzufassen. 1. Das beugt nämlich vor Missverständnissen vor. 2. Dein Gegenüber reflektiert nochmal über das Geschehen und ihm fallen noch weitere Informationen ein, die er hinzufügt. 3. Dein Gegenüber erlebt zum ersten Mal das Problem aus Sicht einer anderen Person. Plötzlich ist er der Beobachter. 4. Du vermittelst deinem Gegenüber das Gefühl: „Ich verstehe dich“. Dabei machst du eigentlich nicht viel, außer, dass du das Problem bzw. das Gesagte wiedergibst.

  • Fragen stellen:
Wie fühlst du dich dabei?
Wie hast du dich in diesem Moment gefühlt?
Wie fühlst du dich jetzt?
Wie fühlst du dich auf einer Skala von 1-10? (1 ist sehr schlecht, 10 ist sehr gut) 
Was würde dir helfen?
Was denkst du, was du brauchst?
Was würdest du am liebsten tun wollen?
Was hättest du gerne in dem Moment am liebsten getan?
Wie hättest du dich dabei gefühlt?

Solche Fragen sind meiner Meinung nach die angenehmsten Fragen. So bekommt die betroffene Person nochmal die Möglichkeit über sein eigenes Verhalten und seine Gefühle zu reflektieren. Meist entstehen durch die einfachsten Fragen, auch Lösungsansätze…

Fakt aber hierbei ist, dass dein Gegenüber selber die Lösungsansätze findet und mithilfe deiner gezielten Fragen sich selber helfen kann.

  • vermeide gut gemeinte Ratschläge

„Ratschläge sind auch Schläge“

Ich weiß auch, dass Ratschläge nicht schlecht gemeint sind. Du möchtest ja dieser Person irgendwie helfen. Ich kann das total verstehen. Doch denk mal darüber nach, wie du auf Ratschläge bisher reagiert hast 🙂 Also bei mir bringt es meist nicht viel, weil ich am Ende eh das mache, was ich für richtig halte.. Verstehst du? Klar, ist es auch nicht vermeidbar und ich weiß, dass es extrem schwer ist, diese zu unterlassen. Aber: Achte einfach mal drauf und versuch es zu reduzieren.

  • erzähle, wie du dich fühlen würdest

Manchmal ist es auch einfach entlastend und befreiend zu hören, dass es anderen genau so gehen würde wie dir selber auch. So kannst du wieder deinem Gegenüber vermitteln, dass du ihn verstehst. Manchmal neigt man schnell dazu, dass Positive herauszupicken. Dies ist eine Begabung und auch sehr wichtig, gar keine Frage! Doch manchmal sollten wir auch authentisch und ehrlich sein, einige Situationen sind einfach belastend und schwer. Es ist auch mal in Ordnung, wenn man Probleme nicht sofort versucht gut zu reden. Hierbei aber aufgepasst: Dies ist eine sehr schmale Gratwanderung. Du sollst natürlich nicht pessimistisch sein und mit deinem Gegenüber noch mehr in Mitleid und Verzweiflung fallen! Nein. Ich meine damit nur, dass es einfach befreiend ist, wenn dein Gegenüber dich versteht und die Gefühle, die in dir hochkommen nicht klein redet. Wichtig ist aber, dass ihr das Gespräch mit positiven Lösungsansätzen bzw. einem positivem Gefühl verlassen solltet. Verliert nicht die Hoffnung und seid stets optimistisch!

Gewiss, nach der Erschwernis kommt die Erleichterung

94:6

Eine Antwort auf „Deep Talk“

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