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Work-Life Balance

Wie schafft man einen gesunden Ausgleich zwischen Arbeit und Leben? Wie schafft man es, in stressigen Situationen resistent zu bleiben? Wie schafft man es, langfristig produktiv, leistungsfähig und motiviert zu bleiben?

Heute geht es mir um das Thema „Belohnung“. Meine persönliche Belohnung für eine vollbrachte Leistung. Ich erinnere mich, daran, wie ich noch vor einigen Monaten im Psychologie Kolloquium saß und unsere Schulpsychologin darauf bestand, dass wir unbedingt einen Ausgleich nach dem Lernen finden müssten. „Belohnen Sie sich je-den Tag, je- den Tag!“, betonte sie. Sie zerlegte jedes einzelne Wort und betonte diese. Ihre Worte begleitete sie mit einer Handbewegung. Noch heute erinnere mich an jedes einzelne Detail und den Klang ihrer Stimme.

„Ich muss mich belohnen.“ Das waren die Worte, die in meinem Kopf festverankert waren, als ich den Raum verließ.

Auf dem Heimweg dachte ich weiterhin darüber nach…Wie war mein persönliches Belohnunssystem in all den Jahren aufgebaut? Belohnte ich mich regelmäßig? Hatte es überhaupt eine Regelmäßigkeit gegeben? War es erfüllend für mich? Tat ich dies bewusst? Wie hatten meine Eltern mich in meiner Kindheit belohnt? War das materiell oder immateriell? War es pädagogisch sinnvoll? Wie belohnten Sie mich heute? Gab es Unterschiede?

Gedanken über Gedanken. Fragen über Fragen. Für mich war ab dem Zeitpunkt klar, dass ich mein persönliches Belohnungssystem bewusst durchdenken und erneut planen musste.

Ich musste ja irgendwie gut durch diese Zeit kommen. So fing ich an zu reflektieren:

Wie belohnte ich mich bisher?

⁃ morgens vor dem Lernen kaufte ich bei meinem Lieblingsbäcker einen Kaffee und eine Käsestange. Das mag vielleicht banal klingen, aber ich freute mich jeden Abend auf den Kaffee, den ich morgen trinken dürfte. Das war eine ganz bestimmte Routine, die nicht unterbrochen werden durfte.

⁃ ich hatte drei Monate lang, ein festes Lernfenster (9-14h). Ich musste pünktlich beginnen und wurde immer rechtzeitig fertig. Wenn ich verhindert werden würde, pünktlich zu beginnen, wäre meine Routine durchbrochen und ich hätte keine Lust mehr zu lernen. Das war eine feste Regelung für mich. Ich lernte nur in diesem Zeitrahmen, der Rest des Tages war meine Freizeit. Das war meine Belohnung.

⁃ Nachmittags laß ich oft ein Buch. Komischerweise habe ich während dieser Phase jede Woche ein Buch gelesen. Am Ende war ich selber darüber überrascht. Aber mir war das sehr wichtig, dass ich in dieser Phase, Zeit fürs Lesen und vorallem für mich selber hatte. Ich hatte mich immer auf meine eigene Freizeit bzw. auf das Lesen gefreut.

⁃ Ich traf regelmäßig meine Freunde und ließ mich nicht einschränken. Ich habe bemerkt, dass ich diese Freizeit brauchte, um Energie zu tanken.

⁃ Ich gönnte mir Materielles. Kleidung. Vielleicht aus Verzweiflung, manchmal zu viel. Aber ich durfte es. Man gönnte sich ja sonst nichts…

Naja, letzendlich fiel mir auf, dass ich eigentlich ein recht gutes System hatte, welches mich auf Beinen trug und mir Energie gab. Doch es war wertvoll für mich, dies bewusst wahrzunehmen und umzusetzen. Ich war glücklich und es fühlte sich irgendwie intensiver an, als zuvor.

Ab dem Tag plante ich jeden Abend bewusst, wie ich mich am nächsten Tag belohnen würde. Es war für mich eine Vorraussetzung, um produktiv sein zu können.

Ich machte aber auch Pläne, wie ich mich belohnen würde, wenn ich dann endlich fertig wäre. Eine Bucket List. Naja, die brauche ich nicht zu erzählen, aber so viel kann ich verraten:

Die Liste ist lang und ich bin fleissig dabei, sie abzuarbeiten, bzw. mir immer wieder was Schönes und Wohltuendes zu schenken. 🙂

coffee, sensiz ben naparım…

Last but not least:

Eine Belohnung muss individuell abgestimmt sein. Es muss einzig und allein dich zufrieden stellen und dich befriedigen. Dabei kann es noch so klein und banal sein, hauptsache du bist glücklich. Jeder hat unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse. Wichtig ist, dass man seine Erwartungen und Bedürfnisse kennt, sich selber kennt. Man muss wissen, wie man für sich sorgt.

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