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Emotionale Intelligenz

Im Rahmen meiner Ausbildung wurde ich in einem der Prüfungsfächer, in einem bestimmten Thema, der sogenanten „Hochbegabung“ geprüft. Daher hatte ich die Gelegenheit mich intensiv mit dieser äußerst interessanten und wichtigen Thematik auseinanderzusetzen.

Heute geht es allerdings nicht um die Hochbegabung, da dies den Rahmen sprengen würde. Ich habe mich bewusst für einen Teil der Hochbegabung, der „Emotionalen Intelligenz“ gewidmet, da ich dies bzgl. viel Selbstreflexion betrieben habe und es in meinen Augen ein sehr wichtiges und interessantes Thema ist.

Nun zur Begriffserklärung- Emotionale Intelligenz

Emotional Intelligente Menschen sind in der Lage eigene Emotionen differenziert wahrnehmen und verstehen zu können. Sie sind kompetent genug Gefühle beeinflussen und regulieren zu können. Das bedeutet nicht, dass Sie Gefühle unterdrücken oder es bei Ihnen erst gar nicht zum Auftreten negativer Gefühle kommt. Im Gegenteil sie halten negative Gefühle genug aus, bzw. leben schwierige Zeiten in all ihren Phasen durch, um aber auch wieder stark und widerstandsfähig aus solchen „Downs“ rauszufinden, in den Alltag wiederzukehren und produktiv und leistungsfähig zu bleiben. Sie sind lösungsorientiert, sie wissen sich zu helfen, in dem sie beispielsweise bestimmte Glaubenssätze verinnerlicht haben und auf diese zurückgreifen. Sie verlassen die Opferrolle und übernehmen Verantwortung für das Gefühl, den Zustand oder das Problem. Auch haben sie eine Begabung darin Gefühle differenziert ausdrücken und wiedergeben zu können. Sie wissen viel über ihre emotionalen Befindlichkeiten Bescheid und damit einhergehend körperliche Veränderungen wahrzunehmen. Sie haben nicht nur eine differenzierte Eigenwahrnehmung bzgl. ihrer Emotionen, sondern auch eine geschulte Körperwahrnehmung. Sie erkennen Anspannungen am Körper schnell und differenziert, um folglich über diesen Weg Rückschlüsse über ihre Emotionen ziehen zu können. Auch hier haben sie bestimmtes Werkzeug, um diese Spannungen zu lösen. Sie bemerken Gefühle bereits im Anfangsstadium bzw. rechtzeitig, um so auf Befindlichkeiten angemessen zu reagieren bzw. Gefühle zu regulieren. Sie wissen was gut und schlecht für sie ist und sind gut gewappnet und schweren Situationen nicht komplett ausgeliefert. Für emotional intelligente Menschen ist das rechtzeitige Erkennen und Verstehen der eigenen Emotionen eine wichtige Vorraussetzung, um in bestimmten Situationen, vorallem in stressbelasteten Situationen angemessen Umgang zwischen ihren Gefühlen und ihrem Verhalten zu schaffen. Hinzu kommt, dass diese Menschen guten Zugang zu Gefühlen anderer haben. Sie sind empathisch und vielleicht sogar hochsensibel. Sie nehmen Gefühle anderer schneller wahr. Ihre Sinne sind geschärfter. Sie sind sozial-kommunikative Menschen, gute Gesprächspartner. Die Schätze unserer Gesellschaft.

Laut Daniel Goleman, einem amerikanischen Psychologen zeichnen Menschen, die beruflich erfolgreich sind, sich häufig nicht durch einen hohen IQ aus, sondern vor allem durch einen ausgeprägten Emotionalen Intelligenzquotienten aus.

Emotionale Intelligenz kann sowohl genetisch bedingt als auch gelernt sein. Gelernt in dem Zusammenhang, wie in der Kindheit mit Gefühlen umgegangen wurde bzw. welches Muster die engen Bezugspersonen (Eltern) vorgelebt haben/ leben. Glaubenssätze, Verhaltensweisen und Wahrnehmungen, die man von Vorbildern lernt, beobachtet, abschaut und umsetzt.

Ich habe mir wirklich viele Gedanken zu diesem Thema gemacht. Habe mich häufig gefragt, ob auch ich evtl. emotional intelligent bin. Ich habe regelmäßig meine Eltern bewusst beobachtet und ihr Verhalten im Zusammenhang mit „Umgang mit Gefühlen“ reflektiert. Ich habe überlegt, wie gross das Thema „Gefühle ausdrücken und darüber sprechen“ in meiner Familie geschrieben wird. Ich habe überlegt, welche Glaubenssätze meine Eltern prägen. Auch hatte ich insbesondere in einer zurückgelegten schweren Phase die Möglichkeit gehabt, gezielt zu beobachten, wie meine Eltern mit den Themen „Tod, Trauer, Kummer und allgemein Gefühlen“ umgehen.

Mir ist aufgefallen, dass meine Eltern viel über ihre Gefühle und körperlichen Empfindungen sprechen. Meine Mutter hat eine Gabe, Gefühle sehr gut ausdrücken und vorallem leben zu können. Sie ist sehr authentisch, echt. Wenn sie traurig ist, dann weint sie. Sie hat kein Problem damit zu weinen. Wenn sie glücklich ist, dann erkennt man auch das total gut in ihrer Mimik und Gestik. Sie lebt Gefühle in all ihren Phasen aus und kann dies authentisch nach außen hin zeigen. Mein Vater ist gut darin, positive Glaubenssätze zu pflegen und diese zu verinnerlichen. Er hat die Gabe in allem Schlechten, das Gute zu sehen. Auch wenn ich meinen Vater noch nie weinen gesehen habe, schätze ich ihn als sehr authentisch ein. Was ich insbesondere in dieser schweren Phase bemerkt habe, ist, dass sie sich viel Kraft und Halt geben. Sie geben jeweils dem Anderen genug Raum Gefühle leben und ausdrücken zu können. Durch motivierende Glaubenssätze bzw. Worte helfen und heilen sie sich gegenseitig. Sie leben die Traurigkeit, doch wissen sie auch gut, wieder in den Alltag zu kehren. Doch was meine Eltern so auszeichnet, ist das gemeinsame Reflektieren. Sie sprechen viel über ihr Denken, Fühlen und Handeln.

Euch bin ich für vieles dankbar.

Dieses Thema „Emotionale Intelligenz“ liegt mir deshalb so am Herzen, weil ich den Eindruck habe, dass es in unserer Gesellschaft häufig untergeht und emotional intelligente Menschen im Vergleich zu beispielsweise mathematisch Hochbegabten viel weniger Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen. Wir bedürfen mehr Aufklärungsbedarf.

Auch möchte ich diesen Beitrag für mich hier festhalten, damit ich mich an die Tage, die schweren Zeiten, die ich, bzw. wir hinter uns lassen, nachdenken und reflektieren kann. Damit ich eines Tages, wenn wieder solch eine Phase kommt, mich an meine eigenen Worte erinnern und mir selber Mut zusprechen kann…

Auch um anderen ein Bewusstsein zu schaffen, Gefühle wahrzunehmen, Muster zu erkennen und zu reflektieren. Anhand weniger Denkanstöße meinerseits..

Stellst du dir regelmäßig die Frage, wie es dir geht?

Kannst du Körperempfinden gut wahrnehmen und den Bezug zu deinen Emotionen herstellen?

Erkennst du Gefühle früh genug, um sie zu beeinflussen bzw. zu regulieren?

Gefühle leben und ausdrücken? Wie lebt ihr dieses Thema zu Hause? Wie leben deine Eltern Gefühle aus? Wie drücken Sie Gefühle aus?

Welchen Einfluss haben Sie auf deine Persönlichkeit, dein Denken und Fühlen..und und und..

Es gibt vieles worüber man reflektieren kann, nur Mut!

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