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Ikigai

Ich möchte heute ein wenig über das folgende Wort, welches aus dem Japanischen kommt, einige Gedanken loswerden.

„Ikigai“, ein Wort aus dem Japanischen. Jeder Mensch in Japan hat ein individuelles Ikigai. Ikigai ist das wofür es sich lohnt jeden Morgen aufzustehen; kurz „der Sinn des Lebens“. Der Grund warum viele Menschen in Japan, insbesondere im Dorf „Okinawa“ gesund und glücklich altern, ist, dass jeder von Ihnen einen Lebenssinn verfolgt und jeden Morgen nach diesem strebt. 

Ich habe vor Kurzem das Buch Ikigai gelesen und es hat mich in meiner aktuellen Lebensphase sehr bereichert und mir neue Erkenntnisse und Perspektiven verschaffen. Ich befand mich lange Zeit, auch nach einer zurückgelegten schweren Phase und manchmal noch andauernden Phase in einem „Tief“, wenn man es so nennen darf. Das Leben und auch die aktuellen Umstände empfand ich wie einige es bezeichnen würden als „mütend“. Ja, mir ging und geht es elhamdulillah gut, aber irgend etwas fehlte in meinem Leben. Ich vermisste meine Energie, meine Lebensfreude und die alte Kübi. Ich fragte mich immer, warum ich gerade so fühle, wie ich fühle und warum es ausgerechnet so ungewöhnlich lange andauerte. Denn normalerweise war ich nicht so, so kannte ich die Kübi nicht.

Um wieder zurück zu dem Buch zu kommen: Wie ich schon erwähnt habe, durchleben viele Japaner einen gesunden und glücklichen Lifestyle. Grund dafür ist in erster Linie, dass sie immer aktiv sind. Sie sind immer in Beschäftigung. Sie sind die Macher. Sie haben Ziele, Rituale und Strukturen im Alltag, denen sie nachgehen bzw., die sie anstreben.

Ziele. Das war es was mir fehlte. Nach einer langen Auseinandersetzung meiner Selbst, erkannte ich den Grund meiner lang andauernden ungewöhnlichen Stimmung und Energie. Ich hatte kein Ziel mehr vor den Augen. Ich war nicht mehr fokussiert, wie immer. Ich war nicht mehr in meinem Flow. Das war es im Grunde, was mir ziemlich zu schaffen machte. Deshalb fühlte ich mich wie in einem Tief. 

Denn wenn ich meine bisher erlebte Lebenszeit zurückreflektiere, hatte ich schon immer, wie jeder andere Mensch auch Probleme, Erfolge, Glücksmomente, Höhen und Tiefen. Doch egal in welchem Lebensabschnitt ich mich auch befand, ich hatte immer ein Ziel vor den Augen. Zu Zeiten meiner Schullaufbahn war es like „nur noch 4 Klausuren, dann hast du Herbstferien, halt durch, das schaffst du.“ „Nach den Abiklausuren, fängt ein neuer Lebensabschnitt an“, „nur noch zweimal Nachhilfe geben, dann ist Wochenende“. Während der Ausbildungszeit war es nicht anders „Nur noch zwei Therapien, der Bericht und dann Wochenende“ „diese und jene Klausur, dann Sommerferien“, „nach dem Lockdown, fängt das Examen an“. Kurz vor dem Examen „das Examen, dann dieser eine Termin, dieser Geburtstag, Oma besuchen, dieses Treffen, dies und jenes“ Kurz um: Es gab immer etwas vor meinen Augen, etwas worauf ich abzielte, etwas worauf ich mich vorbereitetete, etwas worauf ich mich freute, etwas was mich herausforderte und an meine Grenzen brachte. Etwas, was mich zwang, meine Komfortzone zu verlassen.

Und genau das fehlte mir in den letzten Wochen. Ja, ich arbeite und studiere und eigentlich hätte ich den Bachelor als nächstes Ziel. Doch ich bemerkte, dass ich mein Ziel aus den Augen verlor. Beziehungsweise auch, dass einige meiner vorstehenden Meilensteine an Bedeutung verloren. Und das machte mir ziemlich zu schaffen.

Heute hab ich diese Erkenntnis ziehen können. Ich bin Kübra, ich liebe es aktiv zu sein, im Flow zu sein. „Zielstrebig“, so beschrieb mich meine Grundschullehrerin. Und genau diese Kübra ging kurz unter, doch ich bin wieder hier und ich werde mich geduldig weiterkämpfen durch das Leben. Ich weiß, was ich will und ich habe eine Vision. Das bin ich und mein Schöpfer gibt mir Kraft und Geduld. Und ich lasse diese Gedanken hier nieder, damit ich mich stets in unangenehmen Phasen an mein früheres Ich erinnern kann und mir selber Mut zusprechen kann.

Das Ganze möchte ich noch mit einem Vers aus meiner Lieblinssure abrunden:

„O halde önemli bir işi bitirince hemen diğerine koyul“ – Insirah, 7

„Also wenn du entlastet bist, so strenge dich an“ – Insirah,7 (ich finde die türkische Übersetzung verständlicher. Jedenfalls ist mit diesem Vers gemeint, dass, wenn man eine Sache zu Ende gebracht hat, sich einer neuen Sache widmen soll. Kurz um: Focus.

Lange Rede kurzer Sinn: Focus on the good.

mein ruhe-, und reflektionsplätzchen ❤

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